Liebe Freunde!
„Freue Dich über den Herrn, er wird Dir alles geben, was Du dir von Herzen wünschst“
Psalm 37,4
Fünfeinhalb intensive Monate liegen hinter uns. Nun sind wir schon seit 14. August wieder in unserer Wahlheimat Bolivien, und während ihr diesen Rundbrief lest, wird Wolfgang wahrscheinlich gerade wieder in Deutschland sein. Aber der Reihe nach.





Abschied von Karlsruhe und Ankunft in Bolivien.
Unser Gott ist so treu
Wir staunen über den vollkommenen Meisterplan Gottes in und über unserem Leben. Wir können gar nicht anders,
als von Wundern zu berichten – so viele Details, die perfekt ineinandergegriffen haben, sodass wir die gesamte Zeit in Deutschland
als sehr gesegnet und geführt erleben durften. Nein, es war nicht immer einfach, und ja, es gab Komplikationen und unerwartete
Verzögerungen. Doch selbst in diesen Umständen können wir im Rückblick erkennen, dass Gott Gutes daraus hervorgebracht hat.
Es begann damit, dass wir den Tumor in meiner (Dorothea) rechten Brust eher zufällig ertasteten und sofort reagieren konnten.
Dann folgte die schnelle und völlig reibungslose Übergabe aller Projektaufgaben an Liane und Matthias Mosiek, die gerade mit uns
in unserem Haus wohnten und nach einer Aufgabe suchten. Am 03. März flogen wir nach Deutschland. Es begann eine zweimonatige Phase
der Diagnostik, in der nicht nur der Verdacht auf Metastasen in der Lunge ausgeschlossen werden konnte, sondern auch ein verdächtiger
Knoten in der linken Brust. Zudem erfuhren wir, dass der hormonrezeptorpositive Tumor nicht auf eine Chemotherapie ansprechen würde.
Dass keine „Chemo“ nötig war, ist das größte Geschenk für uns gewesen.
Nach der ersten Operation am 9. Mai kam es zu Komplikationen, sodass ich vier Wochen später mit Schüttelfrost und Fieber erneut
ins Krankenhaus musste. Nach einer hochdosierten Antibiotikatherapie, einer chirurgischen Wundöffnung und wiederholten Spülungen war
am 20. Juni eine zweite Operation erforderlich. Die Bestrahlung konnte erst am 17. Juli beginnen, da die Narben auch nach dem
zweiten Eingriff nicht wie gewünscht verheilen wollten. Schließlich konnten wir die 16 Sitzungen jedoch vier Tage vor unserem
Abflug am 13. August vollständig abschließen.



In Bolivien wurde vor unserem Abflug während eines Gottesdienstes für mich gebetet. Besonders berührt hat mich eine Formulierung unseres Pastors: „Herr, wir bitten Dich für Dorothea – möge ihre geistliche Gesundheit sich in ihrer körperlichen Gesundheit widerspiegeln.“ Jetzt, nach sechs Monaten, darf ich bezeugen, dass Gott mir ganzheitliche Gesundheit geschenkt hat – nicht nur körperliche. Ich habe eine Gebetsgruppe über WhatsApp gegründet, in der mehr als 100 Personen sehr konkret für meine jeweilige Situation gebetet und mich getragen haben. Das hat meine Seele tief bewegt und mir einen unbeschreiblichen Frieden geschenkt. So viel Liebe und Anteilnahme von so vielen Menschen zu erfahren, war überwältigend. Es hat nachhaltig eine alte, bittere Wurzel der Ablehnung, die ich aus meiner Kindheit mit mir trug, ausgerissen und geheilt. Gott hat außerdem geschenkt, dass familiäre Beziehungen gestärkt wurden – sowohl zu den Brüdern von Wolfgang als auch zu meinen eigenen Geschwistern. Durch die Verschiebung des Fluges durfte ich sogar noch den 90. Geburtstag meiner Mutter am 5. August im kleinen Familienkreis miterleben.



Dorotheas Eltern und zusammen mit den Brüdern.
Wir haben gerne mitgemacht ...
Ein weiteres Gebet vor unserer Abreise lautete: „Herr, schenke, dass Dorothea und Wolfgang in der Zeit in
Deutschland auch für andere zum Segen werden. Wir sind gewiss, dass Du all dies nur zulässt, um Deinen Namen zu verherrlichen und
Dir Dank zu geben. Du wirst unsere Schwester gesund machen, und sie werden für viele ein Segen sein.“
Und genau so ist es geschehen:
Wir durften im schönen Haus am Turmberg viele Freunde empfangen und wunderbare Gespräche führen. Wir feierten ein fröhliches
Turmbergfest mit rund 80 Besuchern und erlebten schließlich mit, wie die Zukunft des Hauses durch einen Mietvertrag in die Hände
einer christlichen Wohngemeinschaft überging. Auch in unserer Gemeinde Treffpunkt Leben durften wir im Segnungsteam Menschen
ermutigen, ihnen Segen zusprechen und später von mancher Gebetserhörung erfahren. So bezeugen wir voller Freude die großen Wunder,
die der Herr an uns getan hat. Ja – Gott hat uns in seinem vollkommenen Zeitplan nach Deutschland geführt, hat mich gesund gemacht
und uns eine sehr intensive Zeit geschenkt.






Wolfgangs Elternhaus auf dem Turmberg: Wir konnten den Haushalt auflösen und viele Freunde empfangen.

Der Gottesdienst bei der Treffpunkt Leben Gemeinde in Karlsruhe Grünwinkel, wo wir uns immer sehr wohl gefühlt haben.



Ein toller Höhepunkt war unser Turmbergfest.
Nun ist Wolfgang´s Mama vom Herrn abberufen worden...
Ein Ereignis jagt das nächste … Kaum hatten wir unsere Koffer ausgepackt und wurden in Bolivien von
vielen Menschen herzlich willkommen geheißen, kaum hatte Wolfgang seine Arbeit im Rehazentrum wieder aufgenommen, erreichte uns
eine überraschende Nachricht aus Deutschland: Die Mutter von Wolfgang ist am 20. August im Alter von fast 91 Jahren im Pflegeheim
verstorben.
Wir konnten sie in den letzten Monaten regelmäßig besuchen. Allerdings war durch die fortschreitende Alzheimer-Erkrankung eine
wirkliche Begegnung mit ihr schon lange nicht mehr möglich. Nun hat der Herr sie erlöst und in seine Ewigkeit heimgeholt.



Wolfgangs Mama. Die Trauerfeier wird am 19. September in Karlsruhe-Durlach stattfinden.
Zu diesem Anlass wird Wolfgang vom 15. bis 24. September nach Deutschland reisen.
So grüßen wir euch alle recht herzlich, euer Wolfgang und Dorothea.
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