April 22

Oktober 2021

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Juli 21


Liebe Freunde!

Urlaub

Während unserem Urlaub an den kolumbianischen Stränden zog bei Sonne, Sand und Meer absoluter Frieden in meine (Dorothea) Gedanken ein. Ein großartiges Gefühl, nur noch eines zu denken: „Ist das schön hier“. Tränen der Freude und Dankbarkeit habe ich geweint und „ist das schön hier“ gedacht. Alles war dabei: Die Stadt Cartagena, mit ihrem renovierten historischem Altstadtviertel erobern, dann Abendteuer im Tayrona Nationalpark erleben, und zum Schluss am Stand schlafen und nach stundenlangen Strandspaziergängen gut essen gehen. Gemeinsam mit Wolfgang das Leben genießen, reden und schweigen, tiefe Dankbarkeit spüren, Ruhe finden, mit Gott und der Welt versöhnt sein und „Ist das schön hier“ denken.



Unerwegs im schönen Kolumbien.

Projekt für eine bessere Zukunft

Obwohl manche Schüler regelmäßig zur Hausaufgabenbetreuung kommen sind ihre Noten nicht gut, zudem hat die Teilnahme an unserem Nachmittagsangebot stark nachgelassen. Eine allgemeine Lethargie macht sich breit, und wir stellen fest, dass die Schüler den Zoom Unterricht nicht nur satthaben, sondern dabei auch sehr wenig lernen. Die soziale Komponente des Schulalltages fehlt gänzlich und es gibt keine Anreize am Unterricht teilzunehmen. Es fehlt an Selbstdisziplin, Antrieb, und Eigeninteresse. Die Eltern sind den ganzen Tag für einen Hungerlohn aus dem Haus, und somit sind die vier, fünf oder sechs Kinder in der Regel allein Zuhause. Der/die Älteste sind für das Mittagessen verantwortlich, sie müssen die kleineren Geschwister in Zaum halten, den Unterricht inklusive Hausaufgaben überwachen sowie selbst am Unterricht teilnehmen. Das eine vorhandene Handy muss geteilt werden. Außerhalb des Unterrichts wird mit dem Handy gespielt, stundenlang. Die unkontrollierte Nutzung wird zum Problem. Ernsthafte Abgängigkeiten treten auf. Gesundheitsprobleme, Unterernährung, seelische Verwahrlosung. Der Schulleiter der lokalen Schule bestätigt dies: 50 % der 700 Schüler an seiner Schule werden nach dem Halbjahreszeugnis ernsthafte Probleme haben versetzt zu werden. Und wieder einmal stehen wir ohnmächtig vor der geballten Wucht der Armut. All unsere Hilfe ist immer nur ein Tropfen auf den heißen Stein.


Beim Nachhilfeuntericht.

In einer Situationsanalyse mit unseren zwei Lehrern drei Tage nach unserem Urlaub meint dann unser Mathematik Lehrer Alexander plötzlich: „Am liebsten würde ich die Kids auf ein Heilungswochenende meiner Gemeinde mitnehmen“ Wau! Ein toller Gedanke. Ich muss unweigerlich an ein Seminar Vortrag vom Leiter der Bibelschule Gospeltribe denken. Gernot Elstner beschreibt in dem Vortrag „Armut begegnen - geben ohne Schaden anzurichten“ (YouTube) dass die Ursache der Armut in zerbrochenen Beziehungen liegt. Jeder Mensch steht in vier fundamentalen Beziehungen. Beziehung zu sich selbst, zu anderen, zu der Umwelt (Schöpfung) und zu Gott. Wenn ein Mensch in keiner dieser vier Beziehungen mehr lebt, dann ist er wirklich arm. Doch Gott liebt den Armen, mehr sogar, er liebt jeden Menschen und er will ihm begegnen, will Beziehung! Je länger je mehr sind Wolfgang und ich davon überzeugt, dass wahre Armut in der Gottesferne begründet liegt. Und so muss wahre Veränderung im Herzen stattfinden, da reicht es nicht mit Geld kurzfristig eine Not zu lindern. Unsere Projektkinder mit ihren Familien brauchen eine tiefgreifende Begegnung mit Gott, ihrem Vater, denn nur daraus können heile Beziehungen entstehen. Viele der lokalen Ortsgemeinden haben hier bei uns verstanden, dass der Schlüssel zu einem erfüllten Leben in Vergebung, Befreiung und Heilung liegt. Es werden in verschiedenen Varianten sogenannte „Encuentros“ Begegnungs,- oder Heilungswochenenden angeboten. Ja, und so ist die Idee geboren. Am 22. bis 24. Oktober werden wir exklusiv für unsere Projektkinder ein solches Heilungswochenende veranstalten. Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren. Zusammen mit der Gemeinde von Alexander wollen wir unseren Jugendlichen Gottes Güte, Gnade und Barmherzigkeit, sowie seine Vergebung, Befreiung und Heilung nahebringen. Wir sind sehr gespannt was und wie Gott in dieser Zeit wirken wird.


Die Jugendlichen haben das Freizeitangebot gut angenommen.

Unser Hilfsangebot ist integral und umfasst Leib, Seele und Geist. Im August konnten wir mit Hilfe eines fünfköpfigen Psychologenteam an einem einzigen Tag 40 unserer Projektkinder verschiedenen Tests unterziehen. Die gemessenen Parameter offenbaren den intellektuellen, familiären, sozialen sowie emotionalen Zustand der Kinder. Diese integrale Persönlichkeitsanalyse deckt die vorhandenen Problemfelder auf. Es verwundert mich nicht, dass die Mehrzahl unserer Kinder mit emotionaler Verarmung leben müssen. Alkoholmissbrauch seitens des Vaters führt zur Gewalt in der Familie, auch darunter leiden nicht wenige unserer Kinder. Bei manchen Mädchen besteht ein Verdacht auf sexuellem Missbrauch, dem nun in differenzierten Untersuchungen nachgegangen werden muss. Nachdem wir in einer zweiten Phase die Eltern (meistens die Mutter) über die Ergebnisse ihrer Kinder individuell informieren konnten, beginnen wir derzeit mit den Interventionsmaßnahmen.


Elternschulung zum Thema Gewalt in der Familie.

Jeden Freitag kommt unsere Psychologin ins Zentrum, um eine größere Zahl von Kindern in Einzeltherapie abzudecken. Bewusstseinsbildung muss auch bei den Eltern stattfinden, dafür werden wir in einer 4 teiligen Fortbildung die Eltern mit ins Boot nehmen. Ihr seht, es gibt viel zu tun! Wenn der ein oder andere Leser es auf dem Herz hat, darf er gerne für diese ganzen Aktionen beten. Gott ist treu, gnädig, geduldig und von großer Güte. Wir wissen und glauben, dass er auch heute noch Menschenherzen verändern und heilen kann, auf viele verschiedene und wundersame Art und Weise.

Monika in La Paz

Schon länger hat Wolfgang die Wohnsituation von Monika in La Paz im Auge. Kurz vor Beginn der Corona Pandemie kam sie wegen ihrer kranken Mutter vom Süden Argentiniens (wo sie die letzten 15 Jahre gelebt hat) nach La Paz. Dort hat sie dann, nach dem Tod ihrer Mutter, zusammen mit ihrer älteren Schwester das elterliche Grundstück geerbt. Nachdem die Streitigkeiten über eine Teilung überstanden waren, besaß Monika zwar die Hälfte des Grundstücks mit einem Teil des Hauses, aber ohne Toilette / Bad geschweige denn Strom, Wasser oder Abwasser. Die Immobilie befindet sich im dicht besiedelten El Alto, ohne entsprechende Infrastruktur wird das Leben schnell ungemütlich. Um Monika in ihrer Situation zu helfen haben wir beschlossen, beladen mit genug Werkzeug, nach La Paz zu reisen, um ein Badezimmer zu bauen.


Unterwegs auf dem Hochlandplatou der Anden.


Das Haus von Monica in El Alto, Bausand wird angeliefert.


Mathias, Monika und ihre Schwester Cesia.


Beeindruckend der Talkessel mit La Paz.


"Baumarkt" in El Alto und auf der Rückfahrt Zwangspause wegen einem elektrischen Fehler.

Von Santa Cruz aus sind es rund 900 Km, der Großteil Landstraße, mit tausenden Kurven und zwei hohen Pässen. Auf der Hinfahrt gab es einen erzwungenen längeren Stopp durch streikende Bürger einer Region, die die einzige Brücke belagert haben. Auf dem Rückweg hatten wir einen elektrischen Schaden am Auto, der uns zwang, in mitten einer Baustelle im tropischen Teil der Berge auszuharren, bis wir dies nach Stunden regeln konnten. Abgesehen davon konnten wir gut, mit je einem Zwischenstopp in Cochabamba, hin und her reisen. In La Paz (El Alto) organisierten wir alles für den Bau eines einfachen Badezimmers. Darüber hinaus konnten wir X andere Dinge für Monika und ihre Schwester erledigen, und zudem mit Rat und Seelsorge zur Seite stehen. Die Zeit war arbeitsintensiv und anstrengend, auch wegen der Kälte und Höhe, aber von großer Bedeutung für alle Beteiligten. Inzwischen sind acht Wochen vergangen, das Bad ist gebaut, die Leitungen verlegt. Bald werden auch das Wasser und Abwasserproblem gelöst sein, wenn alle bürokratischen Hürden genommen sind.



Nächstes Jahr wollen wir, so Gott will und wir leben, für fünf Monate in unseren sechsten Heimatdienst nach Deutschland fliegen. Wir planen, wie immer die Sommermonate, d.h. von Mai bis Oktober. Diese Zeit wird durch die Sommerferien geprägt und die verfügbaren Termine dadurch begrenzt. Unser 25-jähriges Bolivien-Missionars Jubiläum wollen wir natürlich gebührend mit einem BOLIVIEN FEST feiern, dies soll dieses Mal ein Höhepunkt sein, und so bitten wir den 25. Juni in euren Terminkalender vor zu merken. Alles weitere kommt dann zu gegebener Stunde. Gerne dürft ihr uns natürlich auch persönlich einladen, je früher desto besser. Wir freuen uns, wie immer, auf die Gespräche und Freundschaft mit Euch.

Möge unser Herr und Heiland Eure Herzen bewahren und Euch den Frieden der höher ist als alle Vernunft in Eure Herzen ausschütten.
Mit lieben Segenswünschen aus Bolivien
Eure Dorothea & Wolfgang Landes

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