Dorothea & Wolfgang Landes
Hogar de Niños
"Wayne Walker"

März 2008

Los Chacos, Santa Cruz - Bolivien

Infobrief März 2008


Juli 08


Rückblick 07

Aus dem Inhalt: Kinderheim   Milchwirtschaft   Gemeinde   Politik   Privat

Liebe Freunde!

Es gibt viel zu berichten, und zwar über positive Entwicklungen und handfeste Gebetserhörungen. Darüber sind wir von ganzem Herzen dankbar. Einmal mehr beweist sich, was wir seit Jahren als Schlußvers unter unsere Infobriefe setzen: wer sich auf den Herrn verläßt, von ganzem Herzen und von ganzem Verstand, der wird recht (d.h. richtig) geführt. Eine zweite Zusage Gottes, die unser Leben seit Jahren begleitet, steht in Römer 8 Vers 28: „Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Vorsatz berufen sind.“ So dürfen wir mutig und fröhlich weitergehen, im festen Wissen daß Gott zu seinem Wort steht und auf seine Kinder acht hat.

Kinderheim

Mit Delina zusammen bilden wir ein gutes, solides Team in der Betreuung und Führung der heranwachsenden Kinder des Heimes Wayne Walker. Im Dezember mußten wir leider einer „Tía“ (Tante) kündigen, da sie sich in einen der Jungs verliebt hat und aufgrund dessen die gesunden Grenzen im Miteinander nicht mehr einhalten konnte. Unangenehm waren für uns die damit verbundenen Gespräche, weil das Verhalten zuerst verleugnet wurde, keinerlei Einsicht vorhanden war und wir darüber hinaus auch noch üble Anschuldigungen hören mußten. Aber, wie es so schön heißt. „Wahrheit währt am längsten“, hat es uns umso mehr gefreut als besagte Person nach ein paar Wochen den Weg zu uns nochmals fand um uns um Vergebung zu bitten. So konnten wir uns in Frieden trennen und uns gegenseitig segnen.

Melbi, die zweite „Tia“ bekam früher als erwartet ihren Sohn David, so daß auch sie über die Ferienzeit der Kinder für zwei Monate abwesend war. Delina wußte aus der Not eine Tugend zu machen, indem alle anfallenden Arbeiten auf die Kinder gerecht verteilt wurden. So gibt es jetzt eine „To-Do“ Liste, die täglich nach dem Frühstück von jedem abgearbeitet werden muß. Wäsche waschen und zusammenlegen, die Galerie fegen und wischen, in der Küche helfen, Brot backen, die Bäder putzen, Rasen mähen sowie das Sauber halten des Geländes sind nun in den Aufgabenbereich der Kids über gegangen. Seit Jahren schon helfen die Jungs in der Landwirtschaft mit, doch nun werden sie auch außerhalb ihrer Wochenenddienste für spezielle Aufgaben eingespannt. Wolfgang hat in Zusammenarbeit mit einem einheimischen Arbeiter die gesamte Innenrenovation bestritten. Durch das Einziehen einer Wand im Aufenthaltsraum konnte ein neues Zimmer gewonnen werden, indem nun Antonio und Carlos ihr Reich gefunden haben.

Pedro, der im Mai volljährig wird, ist aus dem Heim ausgezogen und lebt nun mit Nilton zusammen in einem der Häuser am anderen Ende des Geländes. Seit Januar arbeitet er vollzeitlich in der Milchwirtschaft mit. Anfänglich stieg ihm die neu gewonnen Freiheit zu Kopf, er wollte unbedingt in die Stadt zu seinem Bruder Juan, er wollte mehr Geld verdienen, begann sich zu betrinken und noch andere Dummheiten zu machen. Zum Glück, oder besser gesagt dem Herrn sei Dank, ließ er sich unter Gebet und mit einigen Gespräche wieder zur Vernunft rufen.


Pedro                                      Angelo

Nun ist Angelo mit 15 Jahren der Älteste im Heim. Angelo hat mittlerweile ein Einzelzimmer mit zementiertem Bett, in dem er zur Not stundenweise Zimmerarrest aussitzen muß, wenn er über die Stränge schlägt. Alle Bemühungen ihn in ein adäquateres Heim zu verlegen sind mal wieder fehl geschlagen, es gibt in Bolivien keine Unterkunft für solche „Fälle“. Mit der neuen Medikation ist er einigermaßen gut eingestellt. Ausraster bekommt er, wenn er einer Anforderung nicht nachkommen will. Letzten Montag, als er zur Kontrolle beim Arzt n Santa Cruz war, hat er glatt Delina stehen lassen und ist abgehauen. Es blieb ihr nichts anderes übrig als beim Jugendamt sein „türmen“ zu melden. Einen Tag später wurde er dann von der Polizei aufgegriffen und wieder zu uns gebracht. Seitdem ist er nicht mehr ganz so Vorlaut.


Angelo                                    Marianela u. Analena                                           Analena

Nach Angelo ist Marianella, auch 15 Jahre, die Zweitälteste. Obwohl sie über die Schulferien in Santa Cruz das „Arbeiten“ ausprobiert hat, und nicht gerade Glanzleistungen vollbrachte, hatte auch sie sich die letzten Wochen in den Kopf gesetzt das Heim, und somit auch Analena, ihre Tochter, zu verlassen. Mit Engelszungen redeten wir, Delina sowie die Psychologin auf sie ein, um sie wieder zur Vernunft zu bringen. Gründe für ihren Wunsch das Heim zu verlassen wollte sie nicht nennen. Wir vermuten daß Pedro, der ihr den Hof machte, sie negativ beeinflusste. Marianella meinte nur sie wisse nicht wen sie heiraten wolle: Juan oder Pedro. Nun, die Wogen haben sich etwas geglättet, und wir beten und hoffen daß Marianella ihrer Verantwortung als Mutter mehr gerecht wird. Ihre Tochter Analena (1,5 Jahre) ist wohl das gesündeste Kind das bei uns aufwächst. Wie eine kleine Prinzessin wird sie von Jung und Alt geliebt, herumgetragen und erzogen. Besonders Jessica (14 Jahre) kümmert sich besser wie jede Mutter um sie.


Jessica                                    Florentino                                    Darwin

Drittältester ist nun Darwin (14), der mit seiner humorvollen, aufgeschlossenen Art jedes Herz erobert. Er, wie auch die anderen 13 Kinder, haben auf dem Kings Kids Camp in Cochabamba Jesus ganz neu und persönlich kennen gelernt. Glücklich, erfüllt und verändert kam der erste achtköpfige Kindertrupp nach zwei Wochen zurück. Sie durften mit dem Flugzeug nach Hause fliegen da die Verbindungsstraße wegen heftiger Regenfälle an mehreren Stellen unpassierbar war. Als wir nach der dritten Woche auch noch die restlichen fünf Kinder mitten in der Nacht von Montero abholen konnten, waren wir echt froh. Miguel, der wegen seiner Sprachbehinderung sowie verminderter Intelligenz nicht in die Schule gehen kann, hilft gerne und fleißig in der Milchwirtschaft mit. Er plappert schon mal ein Geheimnis aus, und so konnten wir, dank ihm, schon mehreren Sachen auf die Spur kommen. Am deutlichsten sind Veränderungen bei José (14 Jahre) zu spüren. War er als Kind oft sprachlos und ohne jegliche Anteilnahme, so hat er die letzten Jahre große emotionale Fortschritte gemacht. Er erzählt und lacht, schaut in die Augen und ist zu einem richtig netten jungen Mann geworden. Wir staunen über seine Veränderungen und freuen uns mit ihm.

Thomas mit Antonio                                 Carlos                                             Miguel        

Antonio (auch 14 Jahre) gewinnt durch seine demütige, hilfsbereite Art die Herzen. Interessiert an allem, geht er wachsam durch die Welt. Für ihn wünschen wir, daß er ein Studium absolvieren kann. Auch sein jüngerer Bruder Carlos (12 J.) ist liebenswürdig und leicht zu führen. Seit einem halben Jahr haben sie regelmäßig Telefonkontakt zu ihrer leiblichen Mutter, die in Spanien eine Familie gegründet hat. Florentino ist, wie Juan-Carlos auch, mit seinen 13 Jahren ein fleißiger, williger Arbeiter. Besonders Juan-Carlos hilft wo er kann mit, und Traktor fahren macht ihm besonders Spaß.

Jetzt bleiben noch die drei „Kleinen“ zu nennen: Marcelo ist mit seinen 11 Jahren von Statur wirklich zu klein, und da leidet er sehr darunter. Sicherlich hat die drogenabhängige Mutter auch während ihrer Schwangerschaft keine Rücksicht auf das neue Leben genommen. Marcelo tendiert zu übermäßigem Selbstmitleid und negativem Denken. Regelmäßige Gespräche und das Reflektieren seines Denkens sowie Verhaltens helfen ihm ein realistischeres Bild zu bekommen. Roger, auch 11Jahre, gewinnt jeden durch sein herzzerreißendes Lächeln. Die früher regelmäßigen Trotz und Tobsuchtsanfälle sind so gut wie verschwunden. Manchmal ist er traurig, weil er seinen Bruder Fernando vermißt und gerne wissen würde wo er ist. Der Jüngste im Heim, außer Analena natürlich, ist sein kleiner neun jähriger Bruder Diego.


Roger                                          Marcelo                                                Marioly

Diego sagt nicht viel, er leidet unter seinen Leistungsproblemen in der Schule. Und obwohl er es mittlerweile in die dritte Klasse geschafft hat, kann er nicht wirklich lesen und schreiben. Kings Kids tat ihm besonders gut, denn er konnte ohne große Probleme die Tänze lernen. Soviel wir können verbringen wir Zeit mit den Kindern. Wolfgang nimmt immer ein, zwei Kinder mit, wenn er Besorgungen in Montero erledigen muß. Schon einige Male ist er mit den Größeren zu einem Jugendgottesdienst Samstag abends ins Nachbardorf gefahren. Die anfänglich etwas mühsame Abendandacht hat sich seit Kings Kids zu einer netten Austauschrunde entwickelt, an der sich jeder beteiligt und seine Gedanke äußert. Gerne sitzen die Kinder zusammen mit uns hin um über Gott und die Welt zu plaudern.


Roger u. Diego                                     Juan-Carlos                                             Delina          

Aber Delina spielt in der Führung der Kinder sicher die wichtigste Rolle. Seit über 30 Jahren lebt sie nur mit einem halben Lungenflügel. Aufgrund dessen kann sie nur flüstern, und langes reden ist für sie sehr anstrengend. Trotzdem ist sie ein großes Glaubensvorbild, denn ihre Kraft zum Leben bezieht sie direkt und täglich durch ihre innige Beziehung zu Jesus. Oftmals zitiert sie den Vers aus 2. Korinther 12 Vers 9 :„Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig“ Genau dies aber ist der Grund für ihre enorme Zähigkeit und Disziplin, für ihren liebevollen aber konsequenten Umgang mit den Kindern. Nun ist sie schon fünf Monate für den Heimablauf zuständig, und war sie anfänglich nur Übergangsweise angefragt, so denkt sie derzeit darüber nach langfristig zu bleiben. Sobald sie mal in Santa Cruz ist fragen die Kinder einer nach dem anderen: „und wo ist Deli?“

Milchwirtschaft
Eingangs schrieben wir von handfesten Gebetserhörungen. Zwei Jahre lang baten wir unseren Herrn um eine Vertretung für die Landwirtschaft. Die Verschiebung unseres Heimatdienstes von 2008 auf Februar 2009 wurde notwendig, da sich keine Tür auftat. Im Nachhinein sehen wir, daß Gottes Zeitplan einfach der Bessere ist. Vor einem Monat hat sich nun eine junge Familie gemeldet von denen wir denken, daß sie die geeigneten Personen sein werden. Derzeit klären sie mit der VDM die Möglichkeiten und Bedingungen ihres Einsatzes ab. Sie müssen Spanisch lernen, sowie einen eigenen Spenderkreis aufbauen, zwei Hürden für die gerne gebetet werden darf. Wir würden sie gerne im August 08 hier bei uns begrüßen, damit eine lange Übergangszeit gewährleistet ist.

Die diesjährigen Regenfälle, die das ganze Land in Not und Schrecken versetzten, wirkten sich zum Glück bei uns nicht ganz so schlimm aus. Betriebswirtschaftlich geht es der Landwirtschaft nun zunehmend besser und Geld fließt nun in die Kinderheimkasse. Zu kämpfen hat Wolfgang mit der Unzufriedenheit einiger seiner Leute. Durch die allgemeine Teuerung im Land (seit Evo Morales Regierung ist die Inflationsrate auf 20% gestiegen) reicht der Verdienst, trotz wiederholter Lohnerhöhung nur knapp für den täglichen Bedarf. Das Schielen auf diejenigen, die sich an unlauteren Geschäften beteiligen (Drogenherstellung), oder außerhalb der Landesgrenzen (Spanien, Chile, Argentinien) mehr Geld verdienen, nimmt vermehrt zu. Daß die Personen dafür ein sehr hoher Preis bezahlen, weil sie ihre Ehepartner sowie Kinder verlassen, hat nicht wirklich ein Gewicht in ihren Überlegungen. Gesehen wird nur das Geld. So hat Pedro Vaca, ein langjähriger Mitarbeiter auf Ende letzten Jahres gekündigt, Julio schielt auch immer wieder auf andere Einkunftsmöglichkeiten, so bleibt uns als einzig treuer Mitstreiter nur noch Wilson übrig. Hoffnungen macht Ismael, der Nachfolger von Pedro V.: der schüchterne Junge Mann zeigt Verantwortungsbewusstsein und macht Fortschritte seit seinem Arbeitsbeginn im Januar.


Ismael                                             Kuh 297                 

Haben wir jahrelang gedacht unser Bauernhof hätte das große Plus von regelmäßigen Arbeitszeiten mit genügend Raum für Familie und Gemeinde bei gerechter Vergütung inkl. Deckung der Arztkosten von Frau und Kindern, so müssen wir nun erkennen, daß die Männer lieber wesentlich mehr arbeiten würden, um so mehr Geld in der Tasche zu haben. Dies stimmt uns traurig, hatten wir doch von Herzen gehofft, daß durch die Arbeit im Betrieb und Betreuung in der Gemeinde die Familien vom Evangelium so durchdrungen werden, daß sie Los Chacos aus diesen Gründen als eine lebenswerte Heimat betrachten. Wir legen die Zukunft des Betriebes weiterhin in Gottes Hände. Er wird es wohl machen. Nach wie vor sind wir offen für alle eventuellen Richtungsänderungen.

Gemeinde

Die oben beschriebene Problematik bleibt nicht ohne Auswirkung auf die kleine Schar der Gläubigen die wir hier im Dorf versammeln. Wenn Geld verdienen wichtiger ist als der sonntäglich Gottesdienstbesuch, wenn unter der Woche der Lebenswandel eine andere Sprache spricht als das gepredigte Wort, wenn üble Nachrede und negatives Denken die Gemeinde vergiftet, dann dauert es nicht lange bis Entmutigung, Enttäuschung und Frustration die Gemeinde lähmt. Die Problematik unserer Gemeinde auf dem Dorf ist sicher vielschichtig und nicht ganz so leicht auf einen Nenner zu bringen. Für uns ist es mühsam immer wieder neu die Leute zu animieren, ihnen Mut zu zusprechen und den Glauben an sie nicht aufzugeben. Und es tut uns weh zu sehen, wie langjährige treue Mitarbeiter ihre Durststrecken scheinbar nicht überwinden können. Da ist Rina, die nun schon ein halbes Jahr mit Lustlosigkeit und Entmutigung zu kämpfen hat. Sie hat alle Verantwortungen innerhalb und außerhalb der Gemeinde abgegeben (Im Dorf hatte sie den Posten der Schiedsfrau) und nimmt nur noch ab und zu an Veranstaltungen teil. Oder eben Pedro, der seit seinem Arbeitsaustritt auch nicht mehr zur Kirche kommt. Viele Menschen wurden schon durch evangelistische Veranstaltungen erreicht und angesprochen, doch das Durchdringen des Evangeliums, welches Charakter und Lebensveränderungen hervorbringt, das ist ein langer Prozeß. Unsere Pastorin Gladys bemerkt oft: „Anfangen kann man leicht, pass auf wie Du aufhörst!“ Gordon MacDonald legt Wert auf dieses: “finish well“. Welche Herausforderung auch gerade für uns hier in Los Chacos!

An evangelistischen Einsätzen fehlte es zu Jahresbeginn nicht. Am erste Wochenende im Januar kamen 20 Leute aus der Gemeinde von und mit Mäggi & Miguel, die auf der Plaza und am Sonntagmorgen im Gottesdienst ein Programm mit Musik und Handpuppen präsentierten. Letzten Sonntag Abend zeigten wir erstmalig mit Beamer und Großleinwand einige Video Clips sowie einen evangelistischen Film auf der Plaza. Umrahmt wurde das Programm von Tanzdarbietungen und Drama der Kings Kids Tanzgruppe. Der 45 minütige Film “Letzter Ausgang“ fesselte die Zuschauer, die Nachricht daß jeder am Ende seines Lebens Rechenschaft abgeben wird, war unmißverständlich. Es waren viele Zuschauer die sonst nicht den Weg in unsere Gemeinde finden. Unser Gebet bleibt, daß Gott die Herzen von Los Chacos erreicht. Ein freudiges Ereignis war der Taufgottesdienst am 2. März, wo neben dem Ehepaar aus La Esperanza auch die drei Heimkinder Antonio, Carlos und Florentino das öffentliche Zeugnis ihres Glaubens an Jesus durch untertauchen im Wasser bekundet haben.


Eindrücke von den Veranstaltungen.

Politik
Mit Besorgnis beobachten wir die politische Entwicklung in Bolivien. Seit Ende Februar haben nun auch internationale Organisationen darauf hingewiesen, daß die Demokratie in Bolivien ernsthaft in Gefahr ist. Wir schließen uns der hiesigen Meinung an, daß der große Reformer und Hoffnungsträger vieler Bolivianer, der erste indianische Präsident in Südamerika, die Demokratie endgültig verlassen hat. Sechs von neun Bundesstaaten (Departamentos) erkennen den Präsidenten als ihren Vertreter nicht mehr an. Evo Morales billigt es, daß die Bauern und Mienenarbeiter die Oppositionspolitiker körperlich angreifen, von Sitzungen im Parlament abhalten und unterschreibt seine so erwirkten „mehrheitlich“ gebilligten Gesetze unter schärfster, aber ungehörter Kritik. Die Autonomiebewegung, angeführt durch Santa Cruz bekommt immer stärkeren Aufschwung, aber es wächst gerade dadurch die Gefahr einer gewaltsamen Konfrontation der zwei Lager. Traurig stimmt uns in diesem Zusammenhang die ungeprüfte Haltung der Deutschen Medien, die einem „Ethno-Ideal" vor Augen, den angepriesenen Reformen in Bolivien unter Evo applaudieren, ohne den politischen Kurs, der sich an Fidel Castro, Hugo Chavez und dem Iraner Ahmadinedschad orientiert, kritisch zu hinterfragen. Immerhin bekam Evo von einigen europäischen Ländern Ende Februar im letzten Moment Absagen seiner geplanten Staatsbesuche.

Privat

Eine zweite langjährige Bitte hat sich in Dank verwandelt. Eine großzügige Spende von Wolfgangs Verwandtschaft aus den USA an die Gemeinde in Santa Cruz macht den Kauf eines neuen Autos möglich, ohne daß dabei ein Spendenloch bei der VDM entsteht. Zwölf Jahre lang hat uns unser himmelblauer Toyota gute Dienste geleistet, doch nun ist er mehr in Reparatur als in Benutzung. Wir, und vor allem auch die Kinder, freuen sich sehr auf das neue Auto. Es wird wieder ein Pickup sein, Nissan, mit Pritsche und Doppelkabine, Baujahr 2001. Die Erste Rate ist bezahlt, wir sind gespannt wann der Wagen geliefert wird (er kommt aus USA und ist unterwegs).

„Sauer macht nicht lustig, sauer macht krank“ sagte mir (Dorothea) ein Deutscher Naturheikundler in seiner Artzpraxis in Santa Cruz. Tatsächlich habe ich saures Blut. Und da ich nicht krank werden will beugte ich mich willig seiner Therapie: 21 Tage nur Obst zum Entschlacken und Entsäuern. Als Unterstützung die Einnahme von Bicarbonat und Schwefel. Es war zwar nicht einfach, aber ich habe es geschafft. Nun versuchen wir langfristig unsere Ernährung umzustellen: weniger (für Dorothea gar kein) Fleisch, kein Getreide, mehr Rohkost. Das zuviel an Eiweiß im Körper sei verantwortlich für die vergrößerte, Myom durchzogene Gebärmutter. Der Arzt versprach mir die komplette Rückbildung des Gewebes durch diese Ernährungsumstellung, eine Gynäkologin der konservativen Medizin hingegen riet mir zur Operation. Wolfgang klinkte sich für 10 Tage in die Obst Diät mit ein (bei Männern geht zuviel Eiweiß auf die Prostata). Auch unsere Kinder, die derzeitigen Volontäre, sowie meine Haushaltshilfe nahmen die neuen Impulse gut auf.

Die ersten drei Monate des Jahres sind ja für uns immer Geburtstagsmonate. Gestern hatten wir einen lustigen Spiele Abend mit Pizza essen für die ganze Heim Mannschaft zum 13ten von Thomas. Ann-Kathrin wünscht sich zu ihrem Geburtstag auch ein großes Fest. Sie wird im März 15 Jahre, ein Festtag der in unserem hiesigen Umfeld der wichtigste Geburtstag im Leben eines Mädchen bedeutet. Fast wie eine Hochzeit wird er hier ausgerichtet, mit wallenden Kleidern, vielen Gästen, große Geburtstagstorte. Noch bin ich selbst gespannt wie wir dieses Fest für sie gestalten werden.
Ende März empfangen wir Anja Bauer die dann ab Mitte April die Unterrichtsbetreuung von Ann-Kathrin übernehmen wird. Sonja Dreyer bleibt gerne noch bis August, Jessica muß leider früher ihre Zelte bei uns abbrechen. Beide gestalten den Unterricht sehr konsequent und gute Noten sind für Schüler und Lehrer die beste und schönste Belohnung. DANKE Euch beiden!

Zum Schluß wollen wir einige billige Telefonanbieter nennen, vielleicht möchte ja der ein oder andere mal einen „Tratsch“ mit uns halten, der dann auch nicht mehr kostet als ein kleiner Blumenstrauß: Billiganbieter 01049, oder 01042, oder 01040 Durchwahl: xx5913 - 931 – 70 17

Schließen möchten wir mit dem Eingangs erwähnten, und immer wiederkehrenden Vers aus Sprüche 3, 5:
“Verlass dich auf den Herrn von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand sondern gedenke an ihn in allen deinen Werken, so wird er dich recht führen.

Herzliche Grüße senden.
Eure Dorothea & Wolfgang



 

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