Dorothea & Wolfgang Landes
Hogar de Niños
"Wayne Walker"

Juli 2005

Los Chacos, Santa Cruz - Bolivien

Infobrief Juli 2005


Sep 05


März 05

„Ansehen ist, was Männer und Frauen von uns denken. Charakter ist, was Gott und die Engel von uns wissen"

(Thomas Paine, Politiker und Philosoph 1809)

 

„Es ist ein geistliches Grundgesetz, dass wir das, was wir nicht weitergeben, selbst verlieren"

(Rudolf Wersterheide, EC Bundepfarrer)

Liebe Freunde!

Beide Zitate, gefunden auf der Rückseite des Magazins AUFATMEN Ausgaben 1+2/05, sowie seine Artikel, die sich immer wieder mit Themen wie Vergebung, innerer Heilung, oder einem heiligen Lebensstil beschäftigen, empfinden wir als sehr treffend und ansprechend.

Auch wir bleiben in dem Prozeß der Umgestaltung unseres Inneren Menschen (Römer 12:1+2) nicht stehen. Die Auseinandersetzung mit dem Buch „Leben mit Vision" von Rick Warren, welches wir jetzt auch in den Zellgruppen unserer kleinen Gemeinde durcharbeiten, sowie ein weiteres Heilungswochenende unserer Gemeinde, indem über biblische Prinzipien gelehrt wurde, haben Wolfgang und mir wieder neu die Augen für elementare geistliche Realitäten geöffnet.

1. Unsere Erlösung ist umsonst, sie ist ein Geschenk, aber sie ist nicht billig. Will heißen, daß mit der Einladung unseres Herrn in unser Leben ein Prozeß der Veränderung beginnt, der manchmal ganz schön mühsam ist. Unser Geist wird neu geboren, unsere fleischliche Natur nicht. Sie muß umgestaltet werden. Alte Verhaltensmuster müssen ab-trainiert, Neue an-trainiert werden. Das bedeutet Arbeit, Disziplin, Durchhaltevermögen. Unsere fleischliche Natur ist faul, sie will essen, trinken, schlafen und sich vergnügen. Zudem gibt es auch noch die schlechten Wurzeln, die wie Unkraut in unserem Herzen wuchern: Rebellion, Ablehnung, Furcht, fehlender Glaube und Stolz wohnt in einem jeden Herzen, und nur das Licht des Wortes Gottes kann uns Klarheit über unsre eigenen Situation verschaffen und diese Wurzeln herausreißen.

2. Wir stehen in einem Prozeß des ständigen Wachstums unserer Heiligung. Ein jeder ist selbst für diesen Prozeß verantwortlich. Wie Johannes der Täufer ausruft: „Ich muß abnehmen, er aber muß zunehmen!"

3. „Ohne mich könnt ihr nichts tun" sagt Jesus. Es ist ein fataler Fehler zu glauben wir könnten uns aus eigener Kraft verändern oder Gutes aus uns hervor bringen. Unser menschliches Herz ist ein trotzig und verzagt Ding (Jeremia 17). Wir brauchen Hilfe von außen, göttliche Hilfe, die uns an die Hand nimmt und uns lehrt. Wir lernen immer bedürftiger, abhängiger, schwacher, ehrlicher vor unserem Herrn zu stehen, Ihn um Hilfe zu bitten und uns von ihm erfüllen zu lassen (Laß dir an meiner Gnade genügen denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. 2. Kor 12, 9).

Deswegen wollen wir das Wort Gottes noch mehr kennen lernen, es studieren, es meditieren, darüber nachdenken, damit durch sein Licht unser Herz von Licht erfüllt wird. „Wer sich vor dem Herrn beugen kann, kann vor Menschen stehen" Nur wenn ich weiß, was Jesus Christus mir schenkt, mir klar ist wie Gott mich sieht und wer Gott wirklich ist, werde ich dem Sturm des Lebens standhalten. Nur dann werde ich dem Charakter Gottes ähnlicher, nur dann wird dieser enorm hohe Anspruch von 1.Petrus1, 16 möglich und wahr:„... seid heilig, wie auch ich heilig bin"

Wir wünschen uns, daß der Charakter Jesu immer mehr durch uns hindurch scheint, und daß unsere Arbeit hier in Bolivien einen Hauch seiner Ewigkeit weitergibt. Unsere Aufgabe ist es zu säen, zu geben, damit wir selbst nichts verlieren (siehe Zitat oben), der Herr der Ernte möge sich um die Ernte kümmern. Wir wollen lernen uns nicht an Erfolg oder Mißerfolg zu messen sondern an unserer Treue zu ihm

 „Denn Gott ist's, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.„ Phil 2, 13

TAUFFEST und ABSCHIED

Einen besonders schönen Gottesdienst durften wir am 26. Juni feiern. Fünf Täuflinge warteten darauf Zeugnis zu geben, und symbolisch mit Jesus zu sterben und wieder aufzuerstehen. Daß unsere Ann-Kathrin auch mit dabei war, erfüllte uns natürlich mit besonderer Freude. Ein buntes Programm mit Tänzen, Zeugnissen, Segnung und Abendmahl trugen zu diesem gelungenen Fest bei.

Es war auch der letzte Gottesdienst von Anna-Lisa Glaser. Anna-Lisa war für Ann-Kathrin und Laura nicht nur eine gute Lehrerin, sondern sie wurde in den letzten Monaten auch zu einer echten Freundin, und neben allen arbeitsreichen Schulstunden, erlebten sie doch viel Freude und Spaß miteinander. Ihr bewegender Rückblick auf die vergangenen 10 Monate trieben einigen die Tränen in die Augen. Wir staunen immer wieder, was Gott bei unseren Praktikanten alles bewirkt, wie er sie verändert, anrührt und an sein Herz zieht.

Auch Rebecca Naujok wird uns in wenigen Tagen verlassen. Als Lehrerin hat sie Thomas Herz erreicht und ihn weiter über die schwierigen Stolpersteine der deutschen Grammatik geführt. Ilka Emptmeier hat uns Gott als sogenannter Lückenfüller für die Schule von Timo und Mateo geschickt. Ihre vielen Talente kann sie leider nur für wenige Wochen zur Verfügung stellen, bevor sie im September wieder abreist. Carmen und Peter Sievers die von Juli bis März bei uns waren, mußten (wollten) wegen der Geburt des 2ten Kindes früher zurück. Da Ilka über gute Spanisch Kenntnissen verfügt hatte sie wenig Probleme sich bei uns einzufinden und verstärkt sogar unser Anbetungsteam.

Was alle Praktikanten bei uns erlangen (müssen) ist eine neue Gelassenheit. Diesen straffen Zeitplan, der in Deutschland herrscht, gibt es bei uns nicht: In den wenigsten Dingen kann man planen, selten weiß man am Morgen was der Tag alles bringen wird, und man muß immer auf Überraschungen gefaßt sein. „Planen" ist ein Wort, welches enorm an Stellenwert verliert, denn es kommt sowieso immer anders als geplant. So erleben unsere deutschen Helfer eine neue Abhängigkeit von Gott und von anderen Menschen. Meistens werden die Kulturunterschiede nach 3-4 Monaten zum Problem und nach 6 Monaten überwunden. Danach beginnen sie in der Regel die Zeit wirklich zu genießen, sich nicht nur an Moskitos und Kleingetier zu ärgern, nicht nur über Hitze, Schwüle oder Kälte (wenige Tage, aber durchdringend ... ) zu klagen. Dann sind sie eingelebt, kennen die Arten und Eigenarten der Missionare (also unsere!) verwechseln nicht mehr die Namen der Kinder, orientieren sich im Dorf und in Montero, fahren alleine nach Santa Cruz und haben eine gewissen Sicherheit sowie Selbständigkeit erreicht. Und dann gehen sie wieder..... . Jeder Mensch ist einmalig, und so hinterläßt jeder der mal hier war etwas ganz eigenes, besonderes, unersetzbares. DANKE EUCH ALLEN für allen Einsatz! Das nächste Team, welches wir im September in Empfang nehmen werden, besteht aus einem Mann und zwei Frauen. Erstmals werden wir in Cris einen Zivildienstleistenden bei uns haben, Manuela sehnt sich nach jahrelanger Bürotätigkeit im Versicherungswesen nach Abwechslung und Kathrin kommt frisch vom Abitur. Gerne dürft ihr für unsere „ALTEN" sowie die „NEUEN" beten.

REITAUSFLUG u. SCHLANGENFORTBILDUNG

Gleich ein Tag nach der Taufe gingen Wolfgang mit Ann-Kathrin, Karin mit Laura sowie Anna-Lisa und Ilka auf eine zweitägige Reittour. Strahlender Sonnenschein begleitete sie, die unberührte Landschaft, das Reiten durch Urwald, Prärie und unzählige Flüsse haben alle tief beeindruckt. Bleibenden Eindruck haben aber auch unzählige Zeckenbisse, ein super primitives Nachtlager und Schmerzen am Hinterteil hinterlassen... . Jorge Hurtado, der die Reitgrupppe führte, ist mit Wolfgang zusammen in der „GTT" Gruppe, einem Milchbauernring des lokalen Bauernverbandes. Eigentlich managt er mit seinem Vater zusammen den Zuckerrohranbau, doch spezialisiert er sich immer mehr auf Wildlife Tours mit Touristen. Ein nettes Hobby macht den Besuch bei ihm richtig interessant: Schlangen. Neben zwei großen Boas haben sie mittlerweile jede Menge kleiner Schlangen, Krokodile, Schildkröten und Taranteln. Letzten Samstag fuhr Wolfgang mit seiner ganzen Belegschaft hin um ihnen ein wissenschaftlicheres Verständnis über diese Reptilien zu vermitteln. So sind die meisten Schlangen weder giftig noch angriffslustig. In unserem Gebiet gibt es nur zwei Schlangentypen die wirklich gefährlich werden könnten. Eine Tarantel kann man ohne weiters auf der Hand laufen lassen, also auch kein Grund sie gleich zu erschlagen. Sicher diente der Besuch zur Bewußtseinsbildung und baute so manche dubiosen Ängste über Schlangen ab. Als Resultat von den Besuchen dort hat Wolfgang nun auch schon eine kleine Boa im Wohnzimmer,... natürlich hinter Glas in einem Vivarium und zur Spielfreude unserer Katze!

SCHATZMEISTER

Nachdem Wolfgang zum Schatzmeister der Wasserkooperative und zum Präsident des lokalen Bauernrings gewählt wurde, ist er jetzt auch zum Mitglied des Direktoriums des lokalen Bauernverbandes ernannt worden (auch als Schatzmeister). Eigentlich ist das nicht der Rede wert, wenn diese Entwicklung nicht die Einbindung in ein soziales Gefüge und das zunehmende Vertrauen der Menschen (Männer) um uns (um Wolfgang) herum widerspiegeln würde. Die Landwirtschaft strahlt nach innen und nach außen, und es erfüllt uns mit Freude manche Auswirkungen zu sehen, mit denen wir selbst gar nicht gerechnet hatten. So konnte Wolfgang unter den lokalen Tierärzten helfen Mißverständnisse zu klären, immer öfters wird er um seine Meinung gebeten, und seine treue, standhafte Art beeindruckt die Männerwelt. So manches mal muß ich dann an Sprüche 31, 23 denken, wenn auch das Loblied auf die tüchtige Frau nicht ganz zustimmen mag so doch das auf den Mann: „Ihr Mann ist bekannt in den Toren, wenn er sitzt bei den Ältesten des Landes.„

DAS KIND IST GEBOREN

Am 12.Juli wurde eine kerngesunde Anna-Lena, 3400gr., durch Kaiserschnitt auf die Welt gebracht. Marianella ist wohl auf. Karin wird sie nicht nur jetzt im Krankenhaus begleiten, sondern auch die nächsten Jahre ihr mit Rat und Tat zur Seite stehen. Marianella (13Jahre) und Juan (18Jahre), beides Heimkinder, hatten letzten November verbotenerweise sexuellen Kontakt miteinander. Nachdem die Schwangerschaft bekannt wurde mußte Juan in ein anderes Jungenheim verlegt werden. Marianella blieb bei uns, sie ging nicht mehr zur Schule, begann aber fleißig Taschen zu häkeln die sie verkauft um einen kleinen finanziellen Beitrag zum Kind zu leisten.

DEUTSCHLANDAUFENTHALT

Wenn ihr diesen Brief lest werde ich (Dorothea) mit Ann-Kathrin gerade in Deutschland sein. Anlaß ist die Hochzeit von Barbara Ströhle, unserer ehemaligen Lernhelferin am 23.Juli, und der 70te Geburtstag meiner Mutter am 5ten August. Der Rückflug wird am 9. August sein. Gerne dürft ihr für meine Zeit in Deutschland und für Wolfgang in Bolivien beten.

Es senden viele Grüße und liebe Segenswünsche


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