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Dezember 2019

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Juli 19

 


Liebe Freunde!

Adventszeit – Wartezeit

Warten auf was? „Die Adventszeit ist in vielfältiger Weise eine Zeit der Erinnerung und der Erwartung, der Bereitung und der Buße“ erklärt uns Wikipedia. Dort ist zu lesen, dass die Adventszeit anfangs – möglicherweise ab der Mitte des 4. Jahrhunderts – eine Fastenzeit war. Das ist interessant!

„Advent bedeutet „Ankunft“, eigentlich adventus Domini (lat. für Ankunft des Herrn), bezeichnet die Jahreszeit, in der die Christenheit sich auf das Fest der Geburt Jesu Christi (Weihnachten) vorbereitet. Zugleich erinnert der Advent daran, dass Christen das zweite Kommen Jesu Christi erwarten sollen.“ Aha, Jesus wird ein zweites Mal kommen! Aber dann nicht als Baby, nicht auf einem Esel, und auch nicht als „Lamm“, sondern als Herrscher, als Richter, als „Löwe“.
Die Bibel erklärt uns das in Philipper 2, 5 - 11 in genialer Weise: „Nehmt euch Jesus Christus zum Vorbild: Obwohl er in jeder Hinsicht Gott gleich war, hielt er nicht selbstsüchtig daran fest, wie Gott zu sein. Nein, er verzichtete darauf und wurde einem Sklaven gleich: Er wurde wie jeder andere Mensch geboren und war in allem ein Mensch wie wir. Er erniedrigte sich selbst noch tiefer und war Gott gehorsam bis zum Tod, ja, bis zum schändlichen Tod am Kreuz.
Darum hat ihn Gott erhöht und ihm den Namen gegeben, der über allen Namen steht. Vor Jesus müssen einmal alle auf die Knie fallen: alle im Himmel, auf der Erde und im Totenreich. Und jeder ohne Ausnahme wird zur Ehre Gottes, des Vaters, bekennen: Jesus Christus ist der Herr!“



Wau! Das ist machtvoll! Daran glauben wir! Darauf freuen wir uns! Und so sicher wie Jesus das erste Mal kam (und sich somit über 50 Prophezeiungen des Alten Testamentes erfüllt haben), so sicher wird er auch das Zweite Mal kommen! Es ist nur eine Frage der Zeit und des Wartens!

„Jesus ist der Herr über Bolivien“

Seit kurzem können wir uns vorstellen wie das sein wird, wenn alle Knie sich beugen und jede Zunge bekennen wird, dass JESUS der HERR ist! Wir haben einen Vorgeschmack darauf bekommen. Ganz Santa Cruz (2,5 Millionen Einwohner) ist, nach einem gigantischen Wahlbetrug von Seitens des Ex Präsidenten Evo Morales am 20. Oktober, in einen gewaltfreien Wiederstand getreten. Vom Bürgerkomitee angeregt, geführt und genial organisiert erlebten wir einen 21 tägigen historischen Generalstreik. Die Einwohner nahmen einfach die nächst gelegene Hauptverkehrskreuzung als „ihren“ Streikpunkt. Dort wurden Autos und LKW´s quer gestellt, Seile gespannt, Autoreifen, Steine, Äste auf die Straße gelegt, um ein Durchfahren unmöglich zu machen. Dann wurden Stühle und Tische rausgestellt und die Straßenkreuzung bewacht. Ab späten Nachmittag bis tief in die Nacht war ganz Santa Cruz auf den Straßen,- zu Fuß und mit dem Fahrrad. Mann lernte seine Nachbarn kennen, an vielen Streitpunkten wurde Karten gespielt. Ab der zweiten Woche wurde vom Bürgerkomitee Suppenküchen organisiert, an über 5000 Stellen wurden Mahlzeiten ausgeliefert, und da wo das Bürgermeisteramt nicht hinkam haben sich die Bürger selbst zum Kochen organisiert. Im Laufe der 21 Tage entwickelte sich ein enormes „WIR“ Gefühl, auf vielen verschiedenen Ebenen. Am Abend traf man sich am „Cristo“, auf einer großen Straßenkreuzung mit einer Jesus Statue in der Mitte, um die neusten Entscheidungen des Bürgerkomitees zu hören. Lauthals wurde, in einem Meer von schwenkenden Bolivienfahnen, die Nationalhymne sowie die Santa Cruzer Hymne gesungen.


Links: Situation an einer Strassenkreuzung. Mitte: Gemeinschaftsküche. Rechts: Versammlung am "Cristo".

Doch das Ganze hatte und hat eine enorme geistliche Komponente. Als am ersten Abend der Leiter des Bürgerkomitees, nach langen Ansprachen und Kundgebungen, zum Schluss die Massen an Menschen aufforderte sich hinzuknien und Gott um Hilfe und Vergebung zu bitten, konnten viele Christen nicht glauben was sie da gerade erleben. Zigtausende von Menschen in einem Fahnenmeer, auf der Hauptverkehrsstraße von Santa Cruz, kniend, laut betend, Gott um Hilfe und Beistand bittend. Dieser Moment wiederholte sich in verschiedenen Varianten in den folgenden 21 Tagen, nicht nur an den großen Abendveranstaltungen. Christen nahmen die Gelegenheit wahr an „ihrer“ Kreuzung zu beten, zu singen, Gottesdienst zu feiern, und regelmäßig knieend Gott um Vergebung und um Hilfe zu bitten. Immer wieder wurde 2 Chronik 7, 14 zitiert: „und wenn mein Volk, welches nach meinem Namen genannt wird, sich demütigt, und sie beten und suchen mein Angesicht, und kehren um von ihren bösen Wegen: so werde ich vom Himmel her hören und ihre Sünden vergeben und ihr Land heilen“.


Wir haben die Gelegenheit genutzt und abends Wort Gottes verkündet.

Denn eines wurde allen klar: „Ohne Gottes Hilfe schaffen wir das nicht.“ Der Leiter des Bürgerkomitees Luis Fernando Camacho erklärte am 13. Streiktag, dass er nach La Paz fliegen werde, um die Bibel wieder in den Regierungspalast, sowie Evo Morales eine Rücktrittserklärung zu bringen. (Dazu muss man anmerken, dass Evo Morales die letzten 13 Jahre seiner Regierungszeit regelmäßig im Regierungspalast okkulte Opferriten mit Hexern und Schamanen abhalten ließ.) Dass dieses Vorhaben dann erst nach mehreren Anläufen, sechs Tage später, unter enormen Schwierigkeiten verwirklicht werden konnte, führte in den Medien zu erstaunten Kommentaren: „Evo hat Angst vor einem Mann, der mit einer Bibel und einem Brief kommt“. Tatsache ist, dass am Sonntag den 10 November, 15 Minuten nachdem die Bibel im Regierungspalast symbolisch auf die bolivianische Fahne gelegt wurde, Evo Morales, der in den Chapare geflüchtet war, von dort aus seinen Rücktritt erklärte, und nach Mexiko flüchtete. Über 30 Regierungsangestellte, Minister und Funktionäre traten noch am selben Tag zurück. Unsere Augen haben Wunder gesehen! Gott erhört das Gebet einer ganzen Nation! Er handelt und greift ein!


Der entscheidende Moment im Regierungspalast und anschließend der Rücktritt von Evo.

Das liest sich jetzt vielleicht ein bisschen romantisch und verklärt und manch einer möge sagen „fanatisch“. In Wirklichkeit war und ist das für Bolivien eine sehr nervenaufreibend, anstrengend und kräfteraubende Zeit. Und es ist ja noch nicht vorbei. Seitdem Janine Añez als Übergangspräsident eingesetzt wurde, tyrannisieren die ehemalige Regierungspartei MAS (Bewegung zum Sozialismus) mit ihren Evo fanatischen Anhängern das Hochland. Vor drei Tagen konnte das Militär gerade noch einen Versuch abwenden, ein Flüssiggasdepot bei El Alto, durch militante Anhänger der MAS, in die Luft zu sprengen. Dynamit, Molotov Cocktails, Unmengen Schusswaffen wurden von den „friedlichen“ MAS Demonstranten abgenommen. Es wird klar, dass Evo Morales, der die ganzen Jahre auch Vorsitzende der Kokabauern war (und noch ist), seine Regierung für den Kokainhandel im großen Stil missbrauchte.

Erstaunlich viele Kolumbianer und Venezolaner, illegal im Land, wurden bei den Straßenschlachten festgenommen. Darunter auch ein bekannter, international gesuchter FARC Scharfschütze. Der Terrorismus wird nun weiterhin von Evo Morales aus Mexiko geschürt. Er gibt keine Ruhe, und was uns sehr ärgert ist die falsche Darstellung der linken Presse Weltweit, die immer noch an die Märchen des armen Indio Präsidenten glauben und ihn in Schutz nehmen. Janine Añez hat eindringlich zum Dialog aufgerufen, und explizit auch die Kirche gebeten ihre Rolle zu erfüllen. So beten, fasten und glauben wir weiter! Gott tut Wunder, mehr denn je sind wir davon überzeugt! So beten wir nun für die Neuwahlen, für einen gottesfürchtigen Präsidenten und für Ruhe und Frieden im Land. „Bolivia es del Señor Jesus“ - Bolivien gehört dem HERRN!


Massage und Kinderstunde am Streikpunkt. "Die mit Tränen säen, werden mit Freude ernten".

Auch wir waren natürlich an „unserem“ Streikpunkt aktiv mit dabei. Da „nur“ rumsitzen nicht unser Fall ist hat Dorothea am Nachmittag und Abend „Blutdruck messen“ sowie „Rückenmassage“ gratis angeboten. Das war eine geniale Möglichkeit, viele unsere Nachbarn aus Villa Carmela kennen zu lernen und wertvolle Kontakte zu knüpfen. Ebenso wurden wir gebeten, eine Kurzandacht mit Anbetungsliedern zu leiten. Welche großartige Möglichkeit 100 bis 150 Menschen und vielen Kindern die frohe Botschaft zu verkünden. Dabei lernten wir Glaubensgeschwister anderer Gemeinden, die auch in Villa Carmela wohnen, kennen und schätzen. Jeden Abend kamen mehr Menschen zum Streikpunkt, denn hier gab es für alle kostenloses Essen = „olla comun“ (Gemeinsamer Topf). Für die arme Bevölkerung, für die Tagelöhner und die Familien, die von der Hand in den Mund leben, war dies die einzige Möglichkeit etwas zu essen zu bekommen. Unsere Projektfrauen waren als Köchinnen aktiv am Streikpunkt vertreten. Bewundernswert wie 3 bis 4 Frauen stundenlang Massen an Reis oder Nudeln, Zwiebeln, Hühner, Gemüse, in einem großen Topf, auf dem Feuer, verarbeiten und für 150 Personen ein leckeres Essen zaubern! Jeder der Anwesenden brachte sein eigenes Geschirr mit und so gab es Abend für Abend zuerst die Andacht, dann das Essen! Es war schon eine besondere Zeit. Am 13 November konnte Santa Cruz, und somit auch wir zu unseren „normalen“ Leben zurückkehren.

Im August hatten wir ein sehr schönes Einweihungsfest unsere neu renovierten Schulräume. Wir nutzten diese Gelegenheit als Öffentlichkeitsarbeit. Bekannten und Freunde aus Santa Cruz und aus unserer Gemeinde, Personen, die unser Projekt im Gebet und mit Taten unterstützen, bolivianische Paten, Pastoren, sowie unsere Teammitglieder von Fundena, waren anwesend. Nach Grußworten und Vorstellung des Projektes sorgten unsere Projektfrauen für das kulinarische Wohl unserer Gäste.

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Günther und Brigitte besuchen ihr "Patenkind".

Noch in derselben Nacht ging es dann für eine Woche nach Mexiko. Unser 32. Hochzeitstag feierten wir auf einer der schönsten Inseln der Karibik ISLA DE MUJER. Wirklich eine Reise wert. Und kaum wieder Zuhause durften wir Besuch aus Deutschland empfangen. Günther und Brigitte aus Karlsruhe, Freunde aus unserer Jugendbundzeit des EC´s Ettlingens, besuchten uns für zwei Wochen. Neben dem Kennenlernen einiger Projektfamilien, sowie kleinere Ausflüge, konnten wir auch an einem evangelistischen Einsatz unserer Gemeinde in San Jose de Chiquitos teilnehmen. Da Wolfgang dort als Schlagzeuger gebraucht wurde, fuhren wir die sieben Stunden mit dem Auto ins nördliche Tiefland ins Gebiet der Jesuiten Missionen. Viel haben wir erlebt, viel gesprochen und viel Leben geteilt und das war einfach nur schön! Danke für Euren Besuch!



Es gäbe noch einiges mehr zu berichten und so laden wir euch ein auch die Bild-Berichte von Oktober vor der Wahl, dem Streikbeginn ab 20. Oktober oder die Reprtage über die Waldbrände im August und September an zuschauen. Von jedem Event gibt es tausende von Bildern die Wolfgang mit viel Hingabe und Mühe aussortiert und Monat für Monat ins Netz stellt.

Wir grüßen Euch am Ende dieses Rundbriefes mit einem ganz besonders dankbaren Herzen.
Bolivien war durch die Unruhen in den internationalen Schlagzeilen, Tagesschau, Spiegel, TAZ, FAZ, Deutschlandfunk etc. und so habt ihr ALLE an uns gedacht und sicherlich auch viel für uns gebetet.

DAFÜR BEDANKEN WIR UNS GANZ HERZLICH!

Wir wünschen Euch ein schönes, friedvolles, harmonisches Weihnachtsfest, in dem Wissen und der Erwartung, dass unser Herr Jesus nicht nur einmal als Baby in die Welt kam, sondern als Herrscher wieder kommen wird!

Eure Dorothea & Wolfgang Landes

Hinweis: Dorothea lädt in ihrem WhattsApp Status regelmäßig Bilder des Tages hoch. Wer möchte darf gerne ihre Nummer speichern (+591 77669128) und den Status verfolgen.

 

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