Bericht in der Missions-Zeitung der VDM


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September 2018


Mai 18

Ist Gott heute überhaupt noch zu erfahren?

Seit dem 1. Juni befinden wir uns in unserem 5. Heimatdienst, der noch bis 15. Oktober geht. Entgegen dem Empfinden vieler deutschen Mitbürger, nehmen wir unsere Heimat als stressfrei, wohl geordnet und angenehm im Umgang miteinander wahr, auch im Strassenvekehr. Der hohe Wohlstand ist sichtbar und ganz sicher Ergebnis von Arbeit und Fleiß. Allerdings kommt in der Umgangssprache das Wort „Gott“ kaum vor. Wir machen diese subjektive Erfahrungen und sie rufen die Erinnerungen an das ganz andere Lebensgefühl in Bolivien wach.

Wenn es an allen Enden und Ecken fehlt

In Bolivien sind die Lebensumstände unsicher, weniger planbar, chaotisch und oft von materiellem Mangel geprägt. Das Niveau an Bildung ist gering. Ist es da verwunderlich, daß man sich selbst in „nicht gemeindlichem Umfeld“ mehr an Gott erinnert? Aussprüche wie „Gott sei Dank“oder „Möge Gott es so fügen“ sind umgangsprachlich häufig present, besonders dort, wo die menschlichen Resourcen nicht mehr ausreichen. Und zumindestens im „gläubigen Umfeld“ wird tatsächlich ernsthaft mit Gottes Eingreifen gerechnet.

Gott ist überall der Gleiche

Jesus hat einmal gesagt, dass die Gesunden keinen Arzt benötigen, aber die Kranken sehr wohl. Klingt doch völlig logisch! Aber wo alles (zumindest Vordergründig) in geregelten Bahnen verläuft, die Versorgung gesichert ist und eine große äußerliche Sicherheit auch einfach vorhanden ist, ist es doch klar, daß man leichter Gott vergisst, weil man ihn einfach nicht mehr zu brauchen scheint. Das ist natürlich nicht so, aber es ist auch offenkundig, daß die Menschen in Not und prekären Situationen schneller an Gott denken und mit seinem Eingreifen rechnen. Und er greift ein und hilft besonders jenen, die ihn auch lieb haben. Das gilt auf der ganzen Welt, und das durften wir auch bis heute selbt erleben: Gott ist so gut mit uns, oft sind wir davon überrascht. Darüber sind wir sehr dankbar.

 

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