Besuch einer Mine im "Cerro Rico" Potosi


Potosi


Tierisches


Vor uns erhebt sich der "reiche Berg", an dessen Berghängen überall Abraumhalden zu erkennen sind. Bevor wir uns allerdings mit dem Führer in einen Minenstollen begeben, bedarf es erst der richtigen Ausrüstung: die bekommt man in einem der vielen Läden in der Stadt.


Dazu gehört genug hochprozentiger Alkohol Marke "Ceibo", Kokablätter und Bikarbonat (das löst im Mund die Inhaltsstoffe des Koka, das in der Backe als "bolo" verbleibt). Dann braucht es natürlich Dynamit mit Zündschnur und anderen Hilfsmitteln (alles frei auf dem Markt erhältlich!). Die passende Kleidung können wir ausleihen.


So kann es nun los gehen, wir nähern uns dem Schacht.


Wir sind überrascht, in dem abgesperrten Minenbezirk Kinder anzutreffen. Sie bieten Mineralien an.


Die Stollen, die wir besichtigen, werden nicht mehr komerziell genutzt bieten uns aber als Touristen einen realistischen Einblick darüber, wie gefährlich und primitiv es hier im Berg zugehnt.


Immer tiefer geht es in das Labyrinth aus provisorisch ausgebauten Gängen. Tausende Bergleute sind in diesem Berg schon umgekommen!


Seit 1533 wird der Berg von allen Seiten durchbohrt. Es mag inzwischen vielleicht eine behördliche Kontrolle geben, aber wer kennt schon die tausenden Gänge?


Deshalb vertrauen sich die Bergleute ihrem Schutzpatron dem Teufel an. Der "Tio" (Onkel), wie er verharmlosend genannt wird, sitzt in unterschiedlicher Gestalt in jedem Stollen: grässlich, oft mit geschwollenem Glied. Ihm wird vor Arbeitsbeginn geopfert, ihm zu ehren wird gefeiert und gesoffen. Das ist das krasseste geistliche Erlebnis, was wir je mit den Mächten der Finsternis hatten: diesem Götzen, der den oberen Dämon verkörpet, gegenüber zu stehen! Aber der auf unserer Seite ist größer und stärker als Der! Unser Gott hat am Kreuz gesiegt und diesem grässlichen Lügner die Macht entrissen, er hat ihn bloß gestellt, halleluja!


Wir sind froh, als wir wieder das Tageslicht erblicken.


Daß der Teufel im Berg trotz aller Ehrerbietung keinen Reichtum bringt sieht man direkt vor den Stollen: Kinder und Alte arbeiten mit den bloßen Händen für ihren Lebensunterhalt.


Unser Führer erzählt vom harten Arbeitsalltag in den Stollen und von der geringen Lebenserwartung als "minero". Er ist froh, Touristen bedienen zu können anstatt im Staub zu arbeiten.


Nun zeigt er uns noch, wie man den Spprengstoff vorbereitet und zündet - es gibt einen mächtigen Knall.


Zum Abschluß unserer Besichtigung ermöglicht uns der Führer einen Blick in einen aktiven Stollen, wo Bergleute mit Hammer und Meißel auf der Suche nach ihrem großen Glück sind.


Der Schein der Lampe lässt etwas im grauen Gestein aufblitzen - Silber? Wir nehmen ein kleines Stück davon zu Erinnerung mit. Was für ein Erlebnis!

 



Potosi


Sucre