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1. bis 12. Nov 19

20. bis 31. Oktober 2019


1. bis 20. Okt 19


Am Sonntag den 20. Oktober hat Bolivien gewählt.


Zur Wahl angetreten ist der Amtsinhaber der Präsidentschaft Evo Morales und acht Opositionskandidaten, davon Drei mit Aussicht auf Stimmen.


In der Wahlnacht werden die ersten Hochrechnungen veröffentlicht, es scheint ein Kopf an Kopf Rennen zu geben und alles deutet auf eine Stichwahl hin. Denn das Wahlrecht bestimmt, dass Derjenige gewinnt, der entweder über 50% kommt, oder mindestens 10% Vorsprung zum nächsten Kandidat hat.
Bei etwa 87% der Auszählung ist der Abstand von Carlos Mesa zu Evo deutlich unter 10%. Dann bleibt die Auszählung stehen.

In der Nacht wird aus unerklärten Gründen plötzlich die öffentliche Stimmauszählung eingestellt.


Am Montag 21. Oktober erklärt sich Evo Morales zum Wahlsieger, die veröffentlichten Ergebnisse zeigen keine Kontinuität vom Vorabend auf.
Angeblich kam es zum erforderlichen Vorsprung von 10,5%. In der Karikatur wird der Wahlbehörde TSE Manipulation unterstellt.


Bereits am Dienstag 22. Oktober wird vom Leiter des Bürgerkomites in Santa Cruz, Luis Fernando Camacho, ein unbefristeter Zivilstreik ausgerufen. In allen Städten kommt es zu großen Protestversammlungen. Die Kirchengemeinden rufen zum Gebet auf, das Volk fühlt sich betrogen und nimmt den Satz aus der Nationalhymne als Motto des Wiederstands: besser sterben, als als Sklave zu leben (Morir ante esclavo vivir).


So beginnt in der Nacht auf den 23. Oktober der "Paro Civico" (Zivilstreik). Das bedeutet, dass der Verkehr (privat und öffentlich) in allgemeiner Übereinstimmung zum erliegen kommt und das gesamte Geschäftsleben ruht. Um dem Ganzen Nachdruck zu verleihen, werden die Straßen blockiert.


Wer zum Flughafen will, oder dort ankommt, hat Schwierigkeiten, doch der Transport wird letztendlich irgendwie ermöglicht.



Die sonst so verkehrsreichen Strassen von Santa Cruz sind leer. Ideal zum Fahrrad fahren.
Hier kannst du einen Panorablick auf eine wichtige Strassenkreuzung werfen


Ein Hinweis vom Bürgerkomite erlaubt ausdrücklich, dass man das Fahrrad benutzen darf und nicht angehalten wird. Am 25. Oktober kommen Hendrik und Christina aus Deutschland an. Wolfgang holt sie mit dem Fahrrad am Flughafen ab, um einen geeigneten Transport bis zu jenem Punkt zu organisieren, wo Wolfgang sie dann über Schleichwege mit dem Auto zu uns bringen kann.


Der Streik gleicht eher einem grossen Happening. Man sitzt mit der Nachbarschaft zusammen, es wird gegrüßt und es herrscht die ganze Nacht gute Stimmung.


An vielen Streikpunkten tuen sich spontan die Christen zusammen zum singen und beten. Wir reihen uns dazu ein.


Das Wetter ist trocken und tagsüber sehr heiß, zum Teil auch böig windig. Nachts ist es angenehm warm und so sitzen die Menschen bei ihren Strassensperren und reden, spielen Karten oder durchstöbern ihre Handys.


Links: So mancher macht aus der Not eine Tugend und repariert Fahrräder
Übrigens sucht die ganze Welt derzeit ein Rad und die Preise sind in die Höhe gegangen.
Mitte: Christen aus egal welcher Denomination finden sich zum Singen und beten zusammen. Wir sind dabei und treffen dort auch Anni.


Ein besonders aufälliger Streikpunkte in der Stadt! Hier kannst du einen Panorablick auf eine gesperrte Kreuzung werfen.


Unsere Gemeinde (MBI) lädt am Sonntag Morgen 27.10.19 zum Gottesdienst in ihren (eigentlich zu kleinen, aber zentral gelegenen ursprünglichen Räumlichkeiten) ein. Die zwei Sääle füllen sich bis zum letzten Platz und anschließend gibt es einen Fahrradstau. Mit dabei war unser Besuch aus Deutschland. Klasse!


Wir sind Zeugen eines absolut friedlichen Bürgerbegehrens, bei dem auch die Redner auf den Versammlungen auf verbale Gewalt verzichten und jegliche Art von Auseinandersetzungen verneinen. Die Anhängerschaft der Regierungspartei MAS sind aber in Montero (50 Km nördlich von Santa Cruz) mit Knüppeln auf die Protestierenden losgegangen und die Lage geriet kurzfristig außer Kontrolle. Zwei Menschen haben dabei ihr Leben durch Schusswaffengebrauch verloren. Dabei handelt es sich um großkalibrige Projektile, was bisher nicht zu erklären ist.


Der Streik wird begleitet von abendlichen Versammmlungen, an denen abertausende Menschen friedlich teilnehmen und ihre Zielen Ausdruck verleihen.
Auch die Internationale Gemeinschaft der Bolivianer macht sich durch Aktionen bemerkbar. Als Beispiel ein Foto aus unserer Heimatstadt Karlsruhe.


"No aflojar - Nicht nachgeben" ist der Ruf der tausendfach erschallt. Es herrscht eine bisher nie dagewesene Einigkeit und der Zusammenhalt, die Unterstützung und Bereitschaft bis zum Ende zu kämpfen ist ungebrochen.


Unsere WhattsApp Gruppen sind voll mit Film- und Fotozeugnissen über das was wir in Santa Cruz gerade erleben.


Am 31. Oktober war der 9. Streiktag. Das hinterlässt sowohl Spuren (die Müllabfuhr funtioniert nur eingeschränkt) und viele Menschen haben kein Tageseinkommen mehr. Das Bürgermeisteramt bietet deshalb an verschiedenen Punkten öffentliche und kostenlose Suppenküchen an.
Ein weiterer Nebeneffekt des Generalstreiks, wo auf großen Versammlungen öffentlich Gott angerufen wird, ist der, dass offiziell zum Verzicht auf Halloween aufgerufen wurde.


Wie geht es weiter? Die Werte einer Umfrage der Zeitung "Los Tiempos" (Bolivianische Tageszeitung) zeigen, dass 68% der Befragten an Wahlbetrug glauben. So mancher macht sich einen Spot aus Evos Auftieg doch wir Christen haben auch die geistlichen Zusammenhänge im Auge:
Hinter Evo und seiner Amtszeiten stehen Shamanen die den Gott der Bibel nicht kennen, und die mit ihren Riten die Mächte der Finsternis heraufbeschwören.
Erinnern wir uns aber an die Proklamation Jesu im Evangelium des Johannes (Kapitel 8, Verse 43 und 44):
43 Warum versteht ihr meine Rede nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt! 44 Ihr habt den Teufel zum Vater, und nach eures Vaters Begierden wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit, denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus dem Eigenen; denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge.

Die Bibel wurde durch okulte Riten, die im Regierungspalast stattfinden, ersetzt. Aber Gott sagt "Wohl dem Volk dessen Gott der Herr ist" (siehe Psalm 144, 15b)

 

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