Im Rahmen der Arbeitstherapie für die Teilnehmer am Entzugsprogramm, hat Wolfgang im Rehazentrum ein Gewächshaus aufgebaut und betreibt es mit dem Ziel der Eigenversorgung und dem Verkauf von Salat zugunsten der Reha-Arbeit.
Die Geschichte von Anfang an
Im Oktober 2021 kommt es zu einem Treffen verschiedener Leute (unter anderem mit den Anbietern von Infrastruktur für Gewächshäuser aus Cochabamba (Ehepaar rechts)) und Pastor Hugo, Leiter des Rehazentrum "Renuevo": Der Anbau von Hydro-Salat im Rahmen von Arbeitstherapie wird beschlossen.
In Los Chacos steht das ungenutzte Gewächshaus, welches Wolfgang zur Probe zwischen 2016 und 2018 betrieben hat. Die Dachfolie ist zerissen. Ein Foto von der Salatproduktion aus dieser Zeit (rechts).
So lässt Wolfgang das alte Gewächshaus in Los Chacos abbauen, während im Rehazentrum Renuevo Platz geschaffen wird für den neuen Standort.
Mit vereinten Kräften werden die schweren Dinge aus dem Weg geräumt und die alten Mandarinen und Orangenbäume gefällt (sie konnten des Alters wegen wirklich gefällt werden, weil sie kaum noch Früchte trugen).
Wolfgang bringt Sand und Zement und die ersten Stützen werden gesetzt. Nun kann man sich die Dimensionen besser vorstellen.
Die Hauptstützen sind gesetzt und ausgerichtet und das neue Gestänge für das Dach wurde geliefert.
Am 9. und 10. März 2022 wird das Gewächshausdach angebracht und mit einer neuen Folie (200 Mikrometer Dicke) bespannt.
Die Männer aus Cochabamba machen das routiniert, das Reha stellt Hilfskräfte.
Immer wieder nutzt Wolfgang die Rückfahrten aus Los Chacos um die verschiedenen Teile der Hydroanlage ins Reha zu bringen. Am schwierigsten sind die 8m langen Rohre.
Das Grundgerüst vom Gewächshaus (also ein stabiles Dach und das Fliegennetz als "Wände") steht, nun kommt noch ein Eingangsbereich dazu.
Und so sieht es im Mai 2022 aus: wegen des bevorstehenden Heimataufenthalts von Mai bis Anfang November geht es mit der Einrichtung der Hydroanlage erst im Dezember weiter.
Dezember 2022
Ab Dezember geht es zuerst einmal damit weiter, eine Art "Büro" für das Gewächshaus zu bauen, denn im Rahmen der bestehenden Strukturen im Rehazentrum, bleibt nichts, was nicht weggeschlossen werden kann, an seinem Platz.
Auch ist die Interessenlage bezüglich einem raschen Fortschritt in Sachen Salat von Seiten der Reha-Leitung nicht eindeutig auszumachen. Denn wie man auf dem Foto in der Mitte gut erkennen kann, dient das Gewächshaus seit Wolfgangs Heimataufenthalt als Lagerhalle und alle Aufforderungen dies zu ändern bleiben ungehört.
Der Bau des Büros schleppt sich leider auch sehr mühsam dahin und die Qualität der Arbeit lässt zu wünschen übrig.
Während dieser Phase tritt die Renovation der Bäckerei in den Vordergrund von Wolfgangs Mitarbeit im Rehazentrum. Was nicht heißt, dass es ihm lieb gewesen wäre, es ginge mit dem Salat endlich etwas schneller vorwärts.
Die Situation im Zusammenhang mit dem Ziel, das Gewächshaus auch zu nutzen, bleibt im ersten Halbjahr 2023 sehr unbefriedigend: nach wie vor steht Gerümpel herum, dieses auch noch mit den scharfen Kanten sowohl gegen das Netz, als auch gegen die Plane...
Endlich sind die Rohre aus Brasilien beim Importeur eingetroffen
Anfang Juli 2023 kann ich die neuen Rohre abholen aber sie liegen noch einen Monat in der Garage bevor es endlich mit der Installation los geht.
Nun nimmt das ersehnte Projekt Fahrt auf! Wir können die ersten Produktionseinheiten aufstellen.
Diese rechteckigen Rohre aus Brasilien sind speziell für die Produktion von Hydrosalat entworfen. Nachteil: sie sind sehr teuer! Aber Dank der Hilfe der Deutschen Spender, können wir uns den "Luxus" von zwei Einheiten leisten. Diesen Spendern gilt ein besonderes Dankeschön! Den Rest der Produktionseinheiten wird Wolfgang mit den selbst gebauten Abwasserrohren vom ursprünglichen Gewächshaus in Los Chacos bestreiten.
"Aller Anfang ist schwer"
Ansaat: Seit der Produktion in Los Chacos sind fast 5 Jahre vergangen. Das übrig gebliebene Saatgut wurde gut im Kühlschrank verwahrt, aber dennoch hat bei einigen Sorten die Keimfähigkeit gelitten. Auch das Heranführen von Wolfgang's Schützlingen an die Verantwortlichkeiten im Bezug auf das Überwachen der Ansaat geht erst holperig voran.
Um so glücklicher ist Wolfgang, als er einen der Jungs vom Rehazentrum für die Salatproduktion begeistern kann und dieser einen super "Job" macht.
Ende Oktober 2023, also 2 Jahre nach dem Beschluss, dieses Projekt anzufangen, kann man davon sprechen, dass wir dieses Ziel erreicht haben. Nun müssen die weiteren Rohre installiert werden und neben den vielen Details der Verbesserung der Infrastruktur auch die Produktion zuverlässig gelernt und vermittelt werden.
Was für ein Erfolg!
In den Monaten November und Dezember 2023 waren wir überwältigt vom Wachstum und schnell stellt sich heraus, dass der Bereich Absatz und Verkauf trotz meiner Vorankündigungen unbearbeitet blieb.
Also, es ist gelungen, den Salat zu produzieren... nun muss der Verkauf zu Gunsten der Rehaarbeit etabliert werden.
Rückschlag!
Ende Januar 2024 mussten wir einen herben Rückschlag hinnehmen: unser Salat verendet... und zwar fast aller! Die Ursache bleibt lange im Unklaren, schlussendlich haben mehrere Faktoren daran mitgewirkt.
Ende Februar 2024: die Produktion erholt sich! In der Zwischenzeit haben wir viele technische Details verbessert, Kleinigkeiten (die aber viel Zeit benötigen um sie zu beheben) erledigt und so kann es nun wieder los gehen mit der Produktion von Hydrosalat, zuerst für den Eigenbedarf, und schlussendlich für den Verkauf.