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Die Bäckerei im Rehazentrum "Renuevo - Canaan"

Die einst voll ausgestattete Bäckerei wurde in den letzten Jahren für den Eigenbedarf genutzt, nachdem es nicht gelang, die übernommenen Kunden zufriedenstellend zu bedienen. So wurde in der letzten Zeit ziemlich rudimentär für den Eigenbedarf gebacken.

Ende 2022 kam Wolfgang mit dem Deutschen Bäckermeister Werner in Kontakt, der eine Bäckerei zur Existenzgründung in Santa Cruz suchte. Sein Startkapital war nicht allzu groß aber nach Besichtigung der Bäckerei vom Rehazemtrum waren schnell Pläne geschmiedet, diese wieder zum "produktiven Leben" zu erwecken. Verlockend für das Rehazentrum war der Ausblick auf eine regelmäßige Mieteinahme und der therapeutische Aspekt für Interessierte Teilnehmer am Rehaprogramm.
Nötig waren aber tiefgreifende Restaurierungsarbeiten.

Die wichtigste und spannendste Frage war: würde der Ofen (Baujahr 1987) funktionieren? gute 8 Jahre außer Betrieb und völlig "abgefrackt" ging es ans renovieren und reparieren. Die Steinplatten sind dick verklebt, leider lassen sie sich nicht wie vorgesehen am Stück entnehmen.

Völlig verkalkt die "Verdampfungsanlage". Aber der Brenner scheint in Ordnung zu sein.


Dennoch müssen elekrische und elektronische Bauteile ersetzt werden.


Dank einem Freund, der vom Elektrohandwerk kommt, bekommt der Ofen eine neue Elektroinstallation: wie neu!


Erste Versuche mit dem Ofen und der Verdampfungsanlage schlagen fehl und so öffnen wir auch die hinteren Rohre. Zeitgleich haben wir einen Maler beauftragt, weil uns die Zeit "im Nacken" liegt.


Von der Elektrik her gesehen sieht es schon richtig gut aus. Vielen Dank Frank!


Aber immer wieder tauchen Details auf, die es zu lösen gibt. Wolfgang fängt nun mit dem bearbeiten der "Kliv-Maschine" an. Dise Maschine aus dem Hause "Fortuna" kann Teig in gleichgroße Bällchen teilen, ist von der Mechanik her schier unverwüstbar und super schwer.


Die mechanischen Teile müssen zerlegt und gesäubert werden, die Einsatzplatten reinigt Werner mit Lauge.


Nach dem Zusammenbau folgt noch eine neue Lackierung.


Unsere Arbeit schreitet voran und wir erhalten Besuch von einem anderen deutschen Bäcker, während die Jungs vom Rehazentrum immer mal wieder für sich backen.


Verschiedene Besorgungen bringen uns zu dem ein oder anderen Laden: Werner spricht noch kein Spanisch und hat auch kein Auto, so geht meine Hilfe weit über die reinen Restaurierungsarbeiten hinaus.


Mitte März nimmt das ganze Projekt aber dann Form an: der Ofen kann mit neuer Isolation versehen und geschlossen werden, erste Backversuche sind vielversprechend.


Die Freude ist wahrlich groß, als die ersten braun gebackenen Brötchen und Süßen Teile aus dem Ofen kommen: Aussehen und Geschmack wie vom Bäcker in Karlsruhe!

Hier sieht es nun nicht nur aus wie in einer Bäckerei: es ist dank viel Arbeit eine geworden!

Erste Ideen die Backwaren vor Sonntags Ort nach dem Gottesdienst zu verkaufen gelingen nicht so gut. Es fehlt an Absprache, Koordination und auch sind die Preise etwas zu hoch für die Leute von Canaan.

Rein Produktions-Technisch läuft alles gut an. Später kommt dann das "aber".

Hier kann man nocheinmal die renovierte "Kliv-Maschine" und das Ergebnis sehen.

Wie es weiter ging:

Ende April 2023 hat sich schon abgezeichnet, dass der Ofen nicht mehr 100% funktioniert. Also von den 5 Etagen wurde die oberste nicht mehr genauso heiß wie die anderen und insgesamt war die Temperatur im hinteren Bereich etwas niedriger. Das hat den deutschen Bäcker dann doch zu sehr gestresst. Als sich im Mai 2023 die Gelegenheit für ihn ergab, wo anders die Bäckerei zu betreiben hat er unseren Standort wieder aufgegeben. Das ist besonders für Wolfgang bedauerlich gewesen. Nun funktioniert die Bäckerei wieder für den Eigenbedarf, der allerdings durch das Behindertenheim gestiegen ist.